«SCHWYZER, SCHWEDE,
WYN UND WYB»
Haben Sie sich auch schon einmal gefragt,
weshalb wir Schweizerinnen und Schweizer im Ausland immer
wieder mit Schweden verwechselt werden
oder warum „unsere“ Apfelschuss-Geschichte auch
in Skandinavien bekannt ist?
ganz einfach:
weil wir alle von Schweden abstammen!


So jedenfalls will es eine uralte Legende*,
die auch im „Ostfriesenlied der Oberhasler“ aus
dem 16. Jh. überliefert ist. Tritonus ist dieser Geschichte
nachgegangen, hat sie musikalisch aufgearbeitet und dabei
viele spannende Gemeinsamkeiten der beiden Länder entdeckt:
Hirtenrufe, Lieder, Musikstücke und Volksmusikinstrumente**.
Eingebettet in die Balladenerzählung des „Ostfriesenlieds“ wird
in einem grossen Bogen die Geschichte der schweizerischen
und schwedischen Volksmusik von ihren allerersten Ursprüngen – den
archaischen Hirtenrufen – über Renaissancetänze
bis hin zu den barocken Walzern des 18. Jahrhunderts präsentiert.
Der zweite Programmteil basiert
auf dem Weinspiel von 1548, das in Form einer Gerichtsverhandlung
Schlemmerei und Trunksucht blossstellt – es wird vom
Dichter Hans Rudolf Manuel folgendermassen beschrieben:
«Ein holdsaeligs Fassnachtspil
darin der edel wyn von der Truncknen rott beklagt /
vonn Raeblüthen geschirmbt und von Richtern ledig gesprochen
wirt /
gantz lieplich ze laesen.
Gespilt von jungen Burgern Zürich.»
In diesem Fasnachtsspiel werden auch mehrere
Musikstücke erwähnt, die in zeitgenössischen
Lautentabulaturen
aufgefunden und rekonstruiert werden konnten. So erklingen
denn erstmals nach vielen hundert Jahren wieder
der „Schäffertantz“, „Baurenn Dantz“, „Spysinger“ und
das „Bohnenlied“ im Wirtshaus „Zur blawen
Entten“.
* Nach einer grossen Hungersnot
in Schweden kommen Könige und Räte zum Beschluss,
dass jeder zehnte Bürger das Heimatland verlassen und
auswandern müsse, da zu wenig Nahrung für alle
vorhanden sei. Nach einer langen und entbehrungsreichen Reise
finden die Auswanderer ihre neue Heimat schliesslich im Gebiet
der heutigen Innerschweiz.
In einer Version der Legende opferten sich alle edlen und
gutmütigen Menschen zum Auswandern, um ihren Mitlandleuten
damit das Überleben zu ermöglichen. In einer anderen
Version sind die Auswanderer jedoch alles Taugenichtse und
Schwerenöter, die man zum Wegziehen gezwungen hatte.
Das wären dann also unsere Urahnen, von denen wir alle
abstammen ...
** Obwohl die Legende der „Herkunft
der Schweizer“ nach wissenschaftlichen Erkenntnissen
eindeutig falsch ist, existieren – nebst der Ähnlichkeit
der beiden Staatsnamen – doch viele interessante
Gemeinsamkeiten. So gab es z.B. in Schweden (Provinzen Jämtland
und Dalarna) vom Mittelalter bis ins 19. Jh. eine Art „Alpwirtschaft“.
Wie in der Schweiz verliessen Kühe und Geissen mit ihren
Hirtinnen im Frühling die heimischen Höfe, zogen
in die höher gelegenen Sommerfarmen (fäbdar) und
blieben dort bis zum Herbst – die Milch der Tiere wurde
vor Ort zu Butter und Käse verarbeitet.
Im Gegensatz zur Schweiz lag in Schweden die Verantwortung
für alle Arbeiten im Zusammenhang mit dem Vieh aber
in der Hand der Frauen. Deshalb wurden auch alle Arten der
schwedischen Hirtenmusik von Frauen ausgeübt: „Jodel“,
Löckler (schwedisch: Kolock / Kulning!) und das Spielen
des hölzernen Hirtenhorns (lur).
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Carl Michael Bellman (1740-1795)
Schwedischer Liedermacher mit Cister |
Urs Klauser (Tritonus) mit Cister |